USV Softwarekomponenten - Referenz

Systemverhalten: Beckhoff Miniport-Treiber für den Windows USV-Dienst

Definitionen:

Kurzer Stromausfall: tBatt < tCA

Langer Stromausfall: tBatt >= tCA

Systemverhalten 1:

Wert Beschreibung Eigenschaften
tBatt Zeit, in der das System auf Batteriespannung betrieben wird. Variabel, abhängig von der Länge des Stromausfalls.

Bei tBatt >= tCA beginnt der USV-Dienst unwiderruflich mit dem Shutdown.

tCA Maximale Zeit auf Batteriespannung vor dem kritischen Alarm. Nach Ablauf dieser Zeit beginnt der USV-Dienst unwiderruflich mit dem Shutdown. Konfigurierbar in Minuten (ab Windows 7 auch in Sekunden) über den Beckhoff-USV-Konfigurationsdialog.
Bei tCA = 0 beginnt der USV-Dienst sofort mit dem Shutdown.
tSDtask Ein Zeitfenster, das der USV-Dienst einer Shutdown-Applikation (Shutdown task) zur Verfügung stellt. Nicht konfigurierbar, fest und auf maximal 30 Sekunden begrenzt.
  • NT4: tSDtask = 0 wenn keine Shutdown-Applikation konfiguriert wurde und
    tSDtask = tSDapp wenn eine Shutdown-Applikation konfiguriert wurde.
  • Alle anderen Betriebssysteme: tSDtask benötigt immer 30 Sekunden.
tSDapp Zeit, die von der Shutdown-Applikation (Shutdown task) tatsächlich benötigt wurde. Variabel, abhängig von den Eigenschaften der Applikation. Maximal aber auf 30 Sekunden begrenzt. Nach 30 Sekunden wird der Shutdown unwiderruflich fortgesetzt.

tSDapp sollte immer < Maximum von tSDtask sein.

tTCstop Diese Zeit wird benötigt um das TwinCAT System zu stoppen. In dieser Zeit stoppt der USV-Dienst alle TwinCAT server.   Variabel, abhängig von der Anzahl der konfigurierten TwinCAT Server. Maximal aber auf 45 Sekunden begrenzt. Spätestens nach 45 Sekunden wird Shutdown unwiderruflich fortgesetzt.

tTCstop = 0 wenn kein TwinCAT installiert oder bereits vorher gestoppt wurde.

tUPSoff Verzögerungszeit für das Abschalten der USV. Nachdem der USV-Dienst alle eigenen Shutdown-Tasks abgeschlossen hat wird mit dem eigentlichen Shutdown des Betriebssystems begonnen. Mit dem Beginn dieser Zeit übernimmt das Betriebssystem die Kontrolle und führt den weiteren Shutdown durch (Fensterapplikationen und Dienste inklusive des USV-Dienstes werden geschlossen und das System komplett heruntergefahren). Nach Ablauf dieser Zeit schaltet die USV die Ausgänge und den IPC unwiderruflich ab, um die Batterie zu schonen. Konfigurierbar über den Beckhoff-USV-Konfigurationsdialog. Die verfügbaren Werte sind hardwarespezifisch.

tUPSoff sollte immer > tSDwin sein.

tSDsrv Zeit, die von dem USV-Dienst benötigt wird um eigene Shutdown-Tasks durchzuführen. tSDsrv = tSDtask + tTCstop
tSDwin Zeit, die das Betriebssystem benötigt um einen Shutdown durchzuführen. Variabel, abhängig von der Anzahl der laufenden Applikationen die geschlossen werden müssen.
tDlg Bei Systemen ohne Soft-Power-Off-Funktionalität (z.B. NT4):
  • Zeit in der der Dialog: "Its now safe to turn off your computer" eingeblendet wird.

Bei Systemen mit Soft-Power-Off-Funktionalität (z.B. XP):

  • Mit Beckhoff P24Vxxxx USV: tDlg = 0, die USV schaltet die Ausgänge und den IPC sofort aus.
  • Mit APC-USV: Zeit in der der IPC weiterhin mit USV-Spannung versorgt wird (Standby-Modus).
Variabel, abhängig von dem verwendeten Betriebssystem, der Anzahl der laufenden Applikationen, Mainboard und der USV-Hardware:
tDlg = tUPSoff - tSDwin

tDlg sollte immer > 0 sein.  Diesen Wert können Sie nur durch die Wahl von tUPSoff beeinflussen.

Bei Systemen ohne Soft-Power-Off-Funktionalität sollte der Dialog mindestens für kurze Zeit zu sehen sein bevor die USV den IPC abschaltet.

Bei Systemen mit APC-USV und Soft-Power-Off-Funktionalität sollte der IPC zuerst und dann die USV sich abschalten.

tBoot Zeit, die das Betriebssystem beim Bootvorgang bis zum Start des USV-Dienstes benötigt. Variabel, abhängig von der Anzahl der Applikationen und Dienste die gestartet werden müssen.

Langer Stromausfall im Betrieb (tBatt >= tCA)

Der USV-Dienst ist gestartet und aktiv. Bei einem langen Stromausfall beginnt der USV-Dienst unwiderruflich mit dem Shutdown.

Systemverhalten 2:

 

Kurze Stromausfälle im Betrieb (tBatt < tCA)

Systemverhalten 3:

Der USV-Dienst ist gestartet und aktiv. Kurze Stromausfälle werden durch die USV überbrückt. Ein Shutdown durch den USV-Dienst wird nicht initiiert.

 

Stromausfall beim Bootvorgang

Systemverhalten 4:

Der USV-Dienst ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht aktiv. Die USV schaltet automatisch auf Batteriebetrieb um und überbrückt so den Stromausfall. Der PC wird auf Batteriespannung hochgefahren. Handelt es sich aber um einen längeren Stromausfall dann übernimmt der USV-Dienst nach dem Start die Kontrolle und beginnt mit dem Shutdown.

 

Spannungswiederkehr und erneute Stromausfälle während des USV-Shutdowns

Folgende Grafik zeigt den Fall in dem der USV-Dienst einen Shutdown durchführt und die Spannung während des Shutdowns wiedergekehrt ist.

Systemverhalten 5:

Nachdem der USV-Dienst mit dem Shutdown begonnen hat, kann dieser Vorgang nicht mehr gestoppt werden und wird konsequent bis zum Ende durchgeführt. Erneute Stromausfälle während des Shutdowns werden von der USV überbrückt. Um ein erneutes Wiederanlaufen des IPCs zu ermöglichen, wird auch bei einer vorhandenen externen Spannungsversorgung diese kurz (für einige Sekunden) unterbrochen.